Gedichte
von Wolfgang Buchhorn



Momente

 
Es gab Momente
In denen alles noch möglich war
Die Türen offen
Der Blick frei
Unbegangene Wege lockten
Zu verwegenen Träumen
 
Es gab Momente
Ohne Wolken
Kein Schatten ermöglichte Tiefe
Wahn oder Glück
Grenzenloser Freiheit
 
Ungoldene Erinnerung
Zerfließender Gedanken
Die alle Angst verschluckt
Im Nachhinein
 
Ich entschied mich
Zu gehen
Und staune über den Weg


 
Vlotho
 
 
 
 
 
 
 
 


 
Leben
 
Ich werde Leben sein
An deiner Hand
Über alle Brücken 
Gehen
Aus Blut Tränen und Angst
Über die zerbrechlichen
Unbetretenen
Brücken unzähliger Gräber
Werde ich namenlos gehen
Über weite Horizonte
In denen die untergehende Sonne
Ihr Spiegelbild staunend küsst
 
Ich werde Leben sein
über alle Grenzen hinweg
Die Zeiten überspringen
Und eintauchen
Ins Meer
Der Nüchternheit
 
Ich werde Leben sein
Mit meinem Tod an deiner Hand
 
 
Paderborn, Padersee

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 




 
Leicht

Leichten Sinnes
Ohne Schwermut
Schweben
Die leichten Worte
Heiter
Nicht leichtsinnig
 
Sinnenvoll
Gelassen auf dem Boden stehen
Wenn er schwankt
Sinn  geben
Der nicht immer leicht ist
Leicht und fertig
Leben
Das nicht immer leicht ist
 
 
 
Vlotho
 
 
 
 
 
 
 
 
  





 
Liebe
 
Der Gegenwart
Die Hand hinhalten
Wie einer Pusteblume
Erwartungslos
Offen
Dann mit einem Lächeln danken
Für die Liebe
 
Vlotho
 
 

Sich weit machen
 
Zärtlich berühren
Kuppen der Finger
Bein Gesicht
Arm
Zärtlich
Sanft nur geahnt
Spüren
Weiche Wärme
 
Kuppen der Finger
Tasten suchen finden
Zärtlich
Zonen der Härte
Vergessene Narben
Neugierig
Landschaften
Der Lust
Berühren
Spüren Spuren
 
Berühren
Leben als Liebe
Berühren
 Weiter
Als Körper und Geist reichen
Spüren die Spuren
Von Bergen Himmeln
Vom lebendigen Tod

Vlotho





 
 

 



Himmelwärts
 
Wer reicht mir die Hand
Die hält
Was sie verspricht
Nicht ins Leere
Gehalten
Ins nur Mögliche
 
Wo ist die haltbare Hand
Über den Tag hinaus
Über die Not hinaus
Die die Wolken beiseite schiebt
Sanft
Wie der Mütter Hände
Streicheln das schlafende Kind
 
Gib mir die Hand
Fremder
Auch ohne Kuss
Nur der Blick muss offen sein
Himmelwärts gerichtet
 
Vlotho

 
 
 





Taugliches
 
Ich wollte vergessen
Nicht länger dran rühren
Zumindest mich ablenken
Abtauchen ins Meer
Des Schweigens
Da  kam die Stille
Und mit der Stille
Kam das Wort
Und mit dem Wort
Kam die Weite
 
Ich bin dir nah
Weil du mich vergessen wolltest
 
Vergessen taugt nicht
Verschweigen taugt nicht
Es taugt der Dank
Und die offene Weite
 
 
Paris, Cafe Vavin

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
Die kleine Geste
 
Die Geste der Hand
Das Kippen des Kopfes
Das Schmunzeln des Mundes
Sie zählt
 
Zerbricht gedachte Harmonien
Genügt sich selbst
In ihrer Offenheit
Drückt aus
Was ist
Mich trifft
 
Die kleine  Geste
Kaum sichtbar
Angedeutet nur
Vollendet im Schwung
Der Bewegung
Den Buddha in dir
 
 
Paris, Cafe Felicie

 
  
 
 
  
 
Liebeserklärung
 
Ich will nichts anderes
Als der Versuchung nachzugeben
Dich anzuschau´n
Eh wir als Fremde
Auseinandergehen
Will sehnsuchtsvoll
Der Sehnsucht folgen
Zu spüren
Dich und mich
Hautnah
Und voller Fragen und Genüsse
 
Ich möchte dich vernehmen
Als das gehauchte Wort
Das dich erkennt
Benennt
Dich schafft
 
Und immer neue Worte nehmen
Als ein je erstes
Bis Sonne Mond und Sterne
Gemeinsam untergeh´n
 
 
Siena, Caffe Nannini
 
 
 
 
Einsames Lieben

 
Das Einsame wohnt
Am Rande des Herzens
Da es still ist
Sie wandelt sich zur Angst
Die Freiheit sucht
Wenn sie subtil nach außen wächst
 
Das Einsame
Der vorletzte Raum
Nach Innen
Stehenbleiben vor der letzten Tür
Dahinter ist es still
Geschieht
Wortloses
Nicht-denkbares,
Nicht-sagbares
Lux aeterna
 
Geschieht
Liebendes
Das bedingungslos liebt
 
 
Vlotho

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 





 
 
Selbstbetrug
 
Oft will ich nicht sehen
Was ich sehe
Nicht hören, was ich höre
Möchte gedankenlos sein
Den Kopf in den Sand stecken
Wie das Kinderspiel
Was ich nicht sehe schwemmt sich hinweg
Als Krebsgeschwür durchdringt mich aller Selbstbetrug
Fühllos ahnungslos
Kann ich nicht teilen
Kein Schleichweg führt zurück ins Leben
 
 
Vlotho

 
 
 
 
 
 






 
Rosenrot
 
Auch die schönste Rose
Weiß und rot und malvengelb
Zeigt Stacheln
Betört durch Duft und Farbe
Ruft zur Begehrlichkeit
Zum Schauen
Das uns bannt
Zum tatenlosen Bleiben
 
Die schönste Rose
Malvengelb und weiß
Färbt blutend rot
Die träge Hand
Mit ihren Stacheln
Im bieder´n Rosenland
Das Leben stirbt am Leben
 
 
Vlotho
 
 


 

Ausnahmezustand
 
Ein Lächeln
Die offene Hand
Erhoben zum Gruß
Das Auge sucht Augen
Des anderen
Zur Freude
Der Löwe liegt sanft neben dem Schaf
Vom blauen Himmel
Leuchtet sanft die wärmende Sonne
Im
Ausnahmezustand
 
Normal
Weht eisiger Wind
Zerreißt die verbindenden Stränge
Lechzt
Nach Siegen
Im alltäglichen Kampf
Normal
Sind die Toten am Straßenrand
Ausgesiebte
Angepasst
An die Normalität
 
Verbunden und Berühren
Ist der
Ausnahmezustand
 
 
Vlotho
 
 

 
 




 
 
Der Griff
 
Im festen Griff
Von Meinung und Blick
Bezwinge ich die Welt
Zwinge zur Unterwerfung
Verforme nach meinem Wunsch
Was ich denke
Was ich wünsche
Was ich glaube
Baue mit festem Griff
Mein Bild
Von mir und dir und uns
Von Gott
 
Angst verfestigt alle Griffe
Nährt sie griffig
Unbegriffen
Alles Greifen zerstört
Selbst das flüchtende Wort
Es tötet die Schrift
 
Ich möcht´ nicht begreifen
Wohl verstehen
 
 
Vlotho

 
    


Das Wort
 
Du wartest auf ein Wort
Das dich meint
Immer neu
Horchst hinaus in die lautlose Nacht
 
Hörst Stimmen
Sie treffen
Nicht dich
 
Dein Wort
Verhallt
Passt in kein offenes Ohr
 
Du wartest auf ein Wort
Das dich trifft
Ein Liebeswort
Das dich berührt
In dich dringt
Dich ruft
Zur Auferstehung nach der lautlosen Nacht
 
 
Rheda-Wiedenbrück,  Cup&Cino
Warten auf das Wort
 
Dass man hineingehen muss
Zu den Schreien
Zu den Gesichtern
Voller Tränen
Die nicht wissen warum
Die nicht fühlen
Das Unrecht
Die Lüge
 
Dass man hineingehen muss
In die Schmerzen
Der Seele
Haltgeben dem unsteten Blick
Aus Angst
 
Dass man verstehen muss
Um zu verzeihen
Ohne zu vergessen
Den Schrei die Tränen die Angst
Und immer wieder der Lüge
Standhalten
Widersprechen
Ihre Maske zerreißen
 
Bis das Wort fühlbar wird
Das
Liebe
Heißt
Wissen wir
 
 
Hövelhof, Jibi





Lebensspiel
 
In der Fülle
Von Blumen und Tieren
Sternen und Menschen
Nicht mit dem Leben spielen
Es ist kostbar
Jeder Atemzug
Will leben und lieben
 
Leben will leben
Nicht ohne den Tod
Nicht mit dem Leben spielen
Es neugierig wagen
Spielerisch
Sich lebensliebend darin
Erfahren
Immer neu
 
 
Rodez
 




Lebensaufgabe
 
In der vergeblichen Suche
Nach Sinn
Verbirgt sich
Verbergend
Wie ein scheuer Vogel
Der um sein Leben singt
Unentblößbares
Namenloses
Grundgebendes
Gespiegeltes Leben
 
Wir können nur horchen
 
 
Le Puy, Le chat qui chante
 
 
 
 
Assisi
 
Ich glaubte nicht
Und ward berührt
Von betenden Gesichtern
Von Stille
Und von Gläubigkeit
An Grabe dessen
Der mit den Vögeln sprach
 
Die sangen derweil
Auf dem weiten Feld
Ein andres Lied
Dass kein Buch fassen kann
Und kein Gesetz
 
Sie bauten Nester
Flogen weiter
Pickten hier und dort
Ein Korn
Nicht mehr
Sie bauten keine Reiche
Und lachten über jeden Zaun
 
Ich glaubte nicht
Und bin berührt
Vom Lob der Sonne
Und des Mondes
Vom Dank
An Tod und Sterblichkeit
Das Leben
 
Assisi,  Cafe-Bar
 
 
 
 

 
 
 
 




Der Preis
 
Auf marmorner Tafel
Gedenken
Dessen
Der hier
Öffentlich
Gehängt
Wurde
Mit zwanzig Jahren
Wegen seines zornigen
NEIN
Zur Fron
Nach kurzem Prozess
 
Sein kleines Grab
Verschwand nach Jahren
Die marmorne Tafel
Bleibt
 
St.Hippolyte-du-Fort,  Restaurant Le Détente


 



 
Weckrufe
 
Der grade Weg
Scheint so einfach
Breit wie Alleen im Park
Betörend der Duft blühender Linden
Das Rauschen des Wassers
Im Brunnen
Bei Sonnenschein
 
Es fehlen die Rosen
Am Weg
Die Dornen
Die dir ins Herz dringen
Dich wandeln
Und mich
Auf unebenen Wegen
 
 
Metz, Bar Le Sainte-Louis
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 








Was bleibt
 
Kein Sonnenstrahl
Erwärmt mein Herz
Zu dieser Stunde
Obwohl die Falter lustig fliegen
Der Duft der Astern mich umfängt
Die Tage werden kürzer
Wie die Zeit
Es bleibt so viel
So wenig
In der leeren Hand
Die Wolken zieh´n
Wie ferne Vögel
Spurenlos
Vorüber
 
 
Aubigny-sur-Nère,  Le Bergerac

 






 
 
Fassungslos
 
Fremde Weiten
Befallen mich
In den schattigen Gassen
Wortlos
Fassungslos
Machtlos
 
Schweißgetränkt
Suche ich Halt
In der Zeit
 
Das Ergreifende
Weicht atemvoll
Beim Glockenschlag
 
 
Bourges, L´EuroCafé
 

 
 
 
 
 
 




Die Scham des Überlebens
 
Wer dem Toten nahe war
Als die Blumen am Grab
Längst welkten
Es still wurde
Sichtbar
Der Pfeil erneut traf
Und die Lilien
Nicht länger verblühten
Reichten wir uns die Hand
Unsichtbar
Spürbar
Erschütternd
Dankbar
Ohne den Scham des Überlebens
 
 
 
Chambéry,  Cafe Grégory
 




Unterwegs
 
Pilgerschaften
Von Ort zu Ort
Frei zum Verweilen
An lebhaften Kreuzungen
Spuren lesen
Hinterlassen
Aufbrechen
Dem Ziel entgegen
Mit erleichtertem Gepäck
 
Mutiger werden
Mit jedem Schritt
Schließlich die letzte Last
Ablegen
Und erstaunt
Leicht
Bei sich einkehren
 
Paris, La Rontonde





 
Weiter
 
Du sollst dir kein Bildnis machen
Nicht von dir
Von keinem
Bilder sind wie Begriffe
Zum Greifen nah
Zum Missbrauch bereit
Zur Verheißung
Du verfehlst dich
Und den anderen
Und die Welt
Und das Leben
Lass die Ausfahrt
Des Wortes
Offen
 
Wenn eines zurückkehrt
Als Ahnung
Die bewegt
Bist du einen Schritt weiter
Nicht am Ende
 
 
Assisi, Restaurant Lanterne





 
 
Ernüchterung
 
Wenn alles erfüllt ist
Was gesagt wurde
Träume wahr wurden
Die Knospe der Liebe
Sich öffnet
Über Nacht
Kein Wunsch mehr offen ist
Dann
Geh nach draußen
In den kalten Frühlingswind
Und bitte dich um Vergebung
Für die Trunkenheit
Und bete für die Armen
 
 
Paris, La Coupol
 
 
Gesang des Lebens
 
Das Leben singt
Sein eigen Lied
In Bäumen und in Gassen
Abgründig tief
Blutrotgelb
Lässt brechen
Das gläserne Herz
Vereisen die Tränen
Beim Abschied für immer
 
Das Leben singt
Ohn´ Unterlass
Sein fremdes Lied
Seit Jahrmillionen
Es steigt
Es fällt
Es widersteht
Als Drachen oder Wasserfall
 
Das Leben singt
In den Gedärmen
Den Sternen
Im Blick
Es singt sein eigen
Lied
Der Tod ist seine Leier
 
Florenz,  Restaurant Nella
 
 



Schlendern
 
Ziellos
Schlendern
Durch Straßen und Parks
Ich trinke mit den Augen
Die Gesichter
Der Menschen Götter und Fassaden
Der sterblichen Erben
 
Nicht der Tod rührt mich
Wohl die Trauer
Die geflossenen Tränen
Ihr Hauch und ihr Lachen
Sättigt mein Leben
Unruhig flatternde Worte
Ziehen ungehört vorüber
Fallen nicht in ein Glas
Ich sehne mich nach der Stille
Singender Vögel
 
 
Paris, Le Gymnase
 

 
Mittagspause
 
Im Gras liegen
Den Wolken nachschauen
Wenn sie die Sonne freigeben
Die Fliegen spüren
Und die Bienen hören
Den Grashüpfer ausruhen lassen
Der irrtümlich auf dem Bauch landete
Den Lärm in der Ferne verwehen lassen
Stattdessen dem Atem folgen
Nach jedem Gedanken
Und davor
Dann
Ehe du dich erhebst
Weißt du
Da war etwas Neues
Nie zuvor Erlebtes
Ohne Namen
Es berührte dich
Entflog wie ein liebender Traum
 
Cannes. Diotima



 
 
 
Freiheit
 
Flieg Vogel
Flieg
In die Weite hinein
Lass dich nicht blenden
Vom glitzernden Schein
Bröckelnder Fassaden
Schmeichelnder Töne
Gesetzter Worte
 
Flieg Vogel
Flieg hoch
In die Himmel
Erfüllter Zeit
 
 
Verdun, Cafe de la Liberation
 
 
 
 
 
 
 


 
Wortmächtiges Schweigen
 
Schon der Versuch zählt
Worte zu sprechen
Oft gilt nur das Stammeln
Das eben Gesagte zerschmilzt schon mit
Dem gesprochenen Wort
 
Worte sind
Richtig und falsch und falsch und richtig
Müssen weitergesprochen werden
Als Annäherung
Bis es hell wird
Erst die Berührung macht Worte wahr
 
Es gibt nur Versuche
Worte zu sprechen
Worte zu hören
Dann
Wortmächtig
Mit einem Blumenstrauß
Zu schweigen
 
Apt , Le Chant de l´heure
 
 




Jetzt sprechen
 
Wir verlieren uns mit jedem Wort
Das wir jetzt nicht sprechen
Auch gegen den Wind
Ungehört bleiben
Wir arm
Lassen die Worte verwehen
Die den Weg weisen
Auch im Regen
 
Würden wir jetzt sprechen
Wir würden nicht weinen müssen
Später
 
 
Chiavari, Bar Crystal

Was es ist
 
Das ist es nicht
Dass wir verloren gehen
Am Abend
Bei Sonnenuntergang
Vielleicht
Weil die Weisen
Zu meditieren beginnen
Die Herrschenden
Aufhören zu herrschen
Für diese Nacht
 
Wir gehen verloren
Wenn wir aufhören
Zu fragen
Auch in der Nacht
Trotz unzureichender Sprache
Wenn wir aufhören
Zu träumen
Am helllichten Tag
 
Gehen wir verlorenen
Wenn wir das Lachen
Verlernen
Den Tod
Vergessen im Leben
 
 
Bourges, Restaurant Le Savoyard
 
 
 
 
 
 




Reifen
 
Lege die schützende Hand
Sanft
Auf das Morgenlicht
Die entfaltende Stunde
Hofft auf Geduld
Verschenkt
Reifende Früchte
Der Schönheit
Erst spät
 
 
Le Puy,  Bistro Le Palais







Halbschlaf
 
 
 
    Wahrnehmen heißt
    Bewusst zu sein
 
    Bewusst zu sein
    Heißt
    Sich seiner selbst bewusst zu sein
 
    Sich seiner selbst bewusst zu sein
    Heißt
    Sich seines Selbst bewusst zu sein
 
    Sich seines Selbst bewusst zu sein
    Heißt
    Zu lieben
 
 
Vlotho
 
 

Leichtes Herz
 
Es ist die Sprache des Herzens
Die trägt
Wenn es still ist
Alle Gedanken gedacht
Der Atem
Frei fließt
 
Es ist die Sprache der Herzen
Die trägt
Wenn es weit ist
Offen
Und leicht
 
 
Paris,   Restaurant Aux Deux Olives

 
Das Versprechen
 
Geschichten
Schwergewichtig
Oft erzählt
Noch öfter gehört
Im Inneren
Des Nachts
 
Gehorsam geglaubt
Lasten
Kreisen erbarmungslos
Dringen ein
Formen Bilder der Angst
Wider alle Vernunft
 
Alte Geschichten
Drohen
Locken mit Erlösung
Vernichten vor Gericht
Das versprochene Lieben
 
Stumm
Ruht dein Blick
In meinen Augen
Es gilt das Versprechen
Auf Freispruch
 
 
Bayreuth,  Restaurant Dötzer
 
 
Flüchtige
 
Klack-klack-klack
Melodie
Der Rollkoffer
Auf steinigem Boden
Losgehen bei Nacht
Der flüchtige Blick
Zurück in die leere Straße
Klack-klack-klack
Bleibt als leeres Echo
An den Fassaden kleben
 
Endlich losgehen
Im späten Herbst
Heimlich still und leise
Durch menschenleere Gassen
Mit scheuem Blick
Den Begegnungen
Ausweichen
Sie könnten es ahnen
Sie könnten es lesen im Blick
In der zitternden Geste
Dem fahrigen Schritt
 








 









 Verfolgt vom
Zu lauten
Klick-klick-klick
Des Rollkoffers
Der Erinnerung
Angstvoll
Langsam gehen
Unauffällig
Nicht umschauen
Blicklos
Abschied nehmen
Von allem
Mit wehem Mut
 
Bis zum Ufer
Des Unvertrauten
Endlich Leben gewährenden
In einem wurzellosen Land
 
 
Bayreuth


 



 
Mitgefühl
 
Aufheben
Was gefallen ist
Nichts liegenlassen
Schon ließen wir zu viele liegen
Am Straßenrand
In der Not
Wie oft
Wie leicht
Fallen auch wir
Nicht anders verletzt
 
 
Cluny,  Café de Paris
 
 



Flügel
 
Spüren
Dass die Worte nicht alleine sind
Nicht alles und nicht wenig
Ihr Gewand ist zu eng
Für die Trauer
Und Freude
Das Licht
 
Spüren
Dass die Worte weit sind
Wie Flügel des großen Vogels
Der abends in den Himmel steigt
Von dort
Schweigend
Mich trifft

 

Dortmund





Sehnsucht
 
Früh am Abend
Lenkt Sehnsucht die Schritte
Gelbrot
Die alten Fassaden
Vergangener Größe
Prallen stille Worte der Liebe
Vom schwarzblauem Himmel
Zurück
Sie tanzen im letzten Hell
Sinkender Sonne
Mahnend rauscht Wasser
Im sprühendem Brunnen
Unter schweigenden Palmen
Schweigen die Alten mit wissendem Blick
 
Früh am Abend lenkt Sehnsucht den Schritt
Der Blick streift kurz nur
Das verwundete Blatt
Es fällt klaglos
Vom Baum
Der Erkenntnis verhieß
 
Rom, Restaurant Ciao Bella



 
 
Strandfunde
 
Hingeworfen
Wie das Rückgeld an der Kasse
Der Tag
Auf´s Kalenderblatt
Das von verblassten Helden kündet
Oder von Toten
Manchmal höre ich Musik dabei
Oder male unverständliche Worte
In die Luft
Die vom Duft künftiger Tage künden
Sammle das Rückgeld ein
Als Applaus
Ehe der Vorhang fällt
Ohne Pause
Das Meer das Tote auf den Strand wirft
Die nur leben wollten
Unter uns
Vor allem
Mit uns
 
 
Vlotho
 
 






Berührungen
 
Räume des Sehens
Räume des Begegnens
Räume zwischen mir und dir
Mit Zittern angefüllt
Und feinem Beben
Gespannt mit Offenheit
Und Nähe
Die die Ferne weit umfängt
Unwichtig der Zwischenraum
Er schwingt
Es reicht
Das Wissen um dich
Wenn die Sonne
Knapp den Horizont
Berührt
 
 
Lourdes, Palacio





 
Fragen
 
Der Fels schwieg
Als ich ihn fragte
In der Früh
Wohlweislich
 
Vielleicht war die Frage falsch
Ungenau
Die Antwort richtig
 
Wir können nur fragen
Immer wieder
Die Frage selbst liebhaben
Sie vielleicht später verstehen
Wie der Fels
 
Und Schweigen
 
 
Lourdes, Restaurant Palacio




Totentänze
 
Besetzt im Kopf
Erkenne ich
Grenzen
Gläubig akzeptiert
Und im Herzen
Schmerzlich erlitten
 
Grenzüberschreitungen
Anstößig
Unanständig
Die einen
Denke ich
Unbewegt
Lebensrettend
Die anderen
 
Wenn jenseits der Tod regiert
Die Gewalt
Aus nichtigem Anlass
Fallen gewichtige Bomben
Zerreißen Familien
Leiber
Jahre und Stunden


 
 

 







Menschen fliehen vor Menschen
Bleiben fremd in der Fremde
Die nie zur Heimat wird
Im Zwischenreich von
Angefeindet und Willkommen
Missbraucht
Zur Stützung
Längst gefallener Idole
Diesseits und jenseits
 
Berührt
Vom Totentanz
In mir
Bin auch ich schuldiges
Opfer
 
 
Paris, Bistro Villa Borghese




Erschaudern
 
Nicht geschrieben
Nicht beschreibbar
Nicht sagbare
Worte
Die keine sein können
Noch nicht
Unmöglich zu sagen
Ob sie jemals werden
Gesagt
Gehört
Geschrieben
Eines fernen Tages
 
Nicht schreibbare Worte
Vielleicht Gesten einer Hand
Als lautloser Blick
Ins Leere
Gefüllt mit trockenen Tränen
Des Entsetzens
Bielefeld
 


Das Geschenk
 
Wir können die Träume
Nicht trösten
Sie kommen des Nachts
Legen sich sanft über uns
Nisten sich ein
Hungern nach freundlichen Worten
Nacht um Nacht
Bieten uns Bilder und Farben
Formen  und Gesten
Fordern
Das klare Licht des Morgens
Fordern und drohen
 
Wir können die Träume
Nicht trösten
Sie schenken sich uns
 
Rom, Restaurant Ciao Bella
 
 
 

Das Geheimnis
 
Nichts ist selbstverständlich
Das übersehen wir
In aller Gewohnheit
Nicht den Vogelsang am Morgen
Wenn es noch dunkel ist
Nicht das Lächeln des Schülers
Nach der Entdeckung
Die ihn rührt
Sein Lächeln bedeckt das Geheimnis
Um das er von nun an schweigend weiß
Und es im Herzen liebt
 
Nichts ist selbstverständlich
Was ist
So versteht sich Nichts
Erst über uns
Wenn wir uns wundern
 
Paris, Félicie
 
 



Enge
 
Endstation
Am Ende der Gleise
Schon auf der Rampe
Die kein Bahnsteig ist
Nur leere Züge fahren davon
Wenn sie gegangen sind
 
Aus der Verheißung wurden enge Kammern
Nach wenigen Schritten
Die groß waren
Wie Wohnzimmer
Zu groß
Offen
Für Menschen und Gas
Endstation
Ende
End
E
.
 
Die der Wind verwehte
 
 
Auschwitz, Centro Dialogu
Am Anfang
 
Es heißt
Am Anfang war das Wort
 
Eines von vielen Gesagten
Wirkungslosen
 Vielleicht schüchtern gemurmelt
Denn es war ein Erstes
Ein Wagnis
Ein Versuch mit offenem Ausgang
Niemand konnte es hören
Niemand befolgen
 
An Anfang war dies Wort
Gewichtig
Kraftvoll
Ins Leere gesprochen
Das Wort
Das alle Zeit schuf
Das
Endlose Wort
Das Staunen ließ
Auf ein zweites, drittes
Wartete
Als Echo
Als Antwort
 Am Anfang war das Wort
Es war eine
Frage
 
Givry, Cafe de la Place



 
 
Der Stein
 
Wohin lege ich den Stein
Wohin
Wenn alle Spuren gelöscht
Wenn Erinnerung ohne Worte bleibt
Die Sinn geben
 
Wohin lege ich den Stein
Der das Grab sucht
Der die Erde zum Sprechen bringt
Der ich lauschen möchte
 
Wohin lege ich den Stein
Der Verbundenheit
Über den Tod hinaus
Der Wunden heilt
Der mich leben lässt
In Würde
Und dich
 
Wohin gehe ich
Wenn ich gehe
 
Auschwitz
 
 
Unsicher
 
Ungewissheiten
Frühmorgens
Wenn der Hahn kräht
Die Sonne ihre Fühler ausstreckt
Ungewiss
Was geschieht
Was geschehen wird
Selbst was geschah
Die Erinnerungen trügen
Malt schwarz oder weiß
Was grau-beige-bunt erschien
Mein Blick
Verändert was war
Was nie so sein wird
Es bleibt ungewiss
Bis es in unpassenden Worten
Unwahr wird
 
 
Pisa  Bar Vitorio Emanuelle

 
Gegangene
 
Sie schreiten vorüber
Heiter
Ungesehen ungeahnt
Durch uns hindurch
Als wären wir
Leere Schatten
Sie der Kern
Ohne Hüllen
Die sie abwarfen
Als sie gingen
Damals
Formlos
Vielleicht mit einem Lächeln
Auf den blutarmen Lippen
 
 
Assisi, Bar Mona Lisa


 
 
 
 
Fallen
 
Wir setzen Worte
Zusammen
Immer neu
Immer mit Lücken
Durch die wir fallen
Grundlos tief
Vieleicht hält uns ein T
Oder Z
Vorübergehend
Wir fallen ohne Anfang
Immer neu
Weiter
Tiefer
Bis ans Ende der Wörter

Stille
 
 
Menton,  Restaurant Laloue


Reif werden
 
Bei fallendem Regen
Fallen nicht alle Vorurteile
Gefällt ein Dach und ein Schirm
Wird die Luft luftíger
 
Bei fallendem Regen
Regen sich Regenwürmer
Ideen bahnen sich Bahn
Freundschaften erfreuen
Unter dem Dach
Schützender Schirme
 
Im fallenden Regen
Reifen Früchte
Einsichten
Regen sich
Im Stillen

 
 
 
Schloß Holte,  Cäfe Wölke







Meeresleuchten
 
Mittelmeer
Unter blauem Himmel
Den Kaffee genießen
Das Lachen der Menschen
Sonnengebräunt
Der Hauch des Windes
Kühlt
Im Schatten der Schirme
Die ruhige Dünung
Täuscht
 
Dies Mittelmeer
Ein Tränenmehr der Angst
Wegen uns
Ein Meer
Der Toten
 
 
Menton, Jack´s Sab
 
 

 
Eintauchen
 
Ich tauchte tief
Tiefer als der Klang der Worte reichte
Als das versprochene Licht
Und war
Allein
In der Stille der Tiefe
 
Tauchte tiefer als die Hoffnung
Ahnte den Kern
Der sich entzog
Spürte die zeitlose Wurzel
Mit Schrecken
 
War es ein Traum
Dass die Welt mir geschah
 
 
Paris, Brasserie Le Horse Tavern




Ungeheuerlich
 
Es gilt
Aufzuwachen
Für die Ungeheuerlichkeiten
Die geschehen
Im Namen des ...
Oder gegen den Namen
Betroffen sind Namenlose
Als die Meisten
Nicht erst in Lagern
Im Krieg
Im Terror der Ökonomie
 
Es geschieht im Wort
Im Blick
Am Grunde des Denkens
Alltäglich
Gleich nebenan
Im eigenen Herzen
 
Ungeheuerlich
 
 
Paris, Les Deux Magots
 






 
Mut
 
Die schwersten Wege
Müssen gegangen sein
Alleine
Auch mit Tränen
Wenn alle Stimmen schweigen
Sonne und Mond dunkel bleiben
Niemand kann Begleiter sein
Die Hand halten
 
Wünsche helfen
Vertrauen
Und der Mut
Zu wachsen
 
 
Rodez, Café de la Place des Armes
 


Sekunden
 
Bereit sein
Für den Sonnenaufgang
Das Lächeln des Kindes
Zu erwidern
Zur Antwort auf Getanes
Nachdem die Frage gestellt
Auch ohne Worte
 
Bereit sein
Nicht für das Große
Das hat Zeit
Die kleine Geste
Der kurze Blick
Das feine Schmunzeln
Für sich
Bereit sein
Für Sekunden des Lebens
 
 
Rapallo,  Bar Mazzin
i













Fragen am Morgen

 
Wie wäre es
Wenn ich mich nicht
Über Abgrenzung definiere
Sondern über Offenheit
Für Fremdes
Beunruhigendes
Vielfarbiges
Und lerne
Anders zu sein
 
Embrun
Unfassbar
 
Endstimmungen
In Zeiten des abnehmenden Mondes
Beim Blick in die Zeitung
Eine unsichere Zeit
Endet
Scheint sicher
Wie alle anderen zuvor
Dazu
Ungewiss zu sein
Wer man sei
Sein wollte
Sein sollte
Wen man verfehlte
Im Tun des Lebens
Alltäglich
Endzeiten
Im Herbst
Wenn Früchte reifen
Die Schrift an der Wand
Ungelesen verblasst
Der Neumond Hoffnung sät
 Sicher
Die Welt ist anders
Und auch so
Ich bin so
Und auch anders
Unfassbar
Nichts erschöpft sich
Im Offenbarten
 
Paris,  Le Bouillon Racine





Meditation

Zurücknehmen
Was getrennt
Und fremd ist
Als Eigenes erkennen
Aneignen
Was getrennt schien
Zurückholen
Was verloren ging
Als es fremd wurde
Und ich mir

Mir die Welt aneignen
Einverleiben
Nicht sie erobern
Mir Heimat werden
Jeden Tag neu

 
Cannes-La Bocca, Bistro La Villa
 Flüchtig
 
Es muss möglich sein
Wenn sie vertrieben
Entflogen sind
Angetrieben gar
Am frühen Morgen
Oder in der Nacht
 
Muss möglich sein
Sie zurückzuholen
Weil sie mir gehören
 
Ich kann ihre Freiheit
Nicht verantworten
Ihren Mißbrauch
Nicht verhindern
 
Deshalb muss es möglich sein
Meine Worte
Einzufangen
Zurückzunehmen
Zurückzuholen
Zu meinem Schutz
Zu deinem
 



Sie leben verlässlich
Nur in mir
Unausgesprochen
Kaum gedacht
 
Was gesagt
Gedacht
Kann nicht zurückgenommen werden
Das ist Gesetz
 
Ich muss mich selber holen
Aus der Ferne

Ich muss mir selber
Sterben
 
 
 
Cannes,  1o.Juni
 
 





Der Weg
 
Wir leben ins Größere hinein
Ständig
Bewusst und unbewusst
Das uns umfängt
Erhält
Geschaut und ungeschaut
Von Anfang an
Wie Heimat
Die uns begleitet
Engt und weitet
 
Wir leben in das Größere hinein
Bis uns das Größte
Einer letzten Stunde
Nimmt
 
Die Leere
 
 
 
Dijon, Le Petit Gascogne
Das fragende Schweigen
 
Am Anfang war das Schweigen
Tief
Erschütternd
Klar
Unendlich lang
Unendlich still
 
Die Frage entpuppte sich
Eine nur
Nur eine
Abgrund tief
Abgründig klar
Kein schwarzer Vogel
Gab die Antwort
Kein weißer Elefant
 
Am Anfang war das Schweigen
Wie an einem frischen Grab
Die Leere
Ganz unzugänglich
Jedem Wort
Nur offen für die Stille
Die gebärende
 
Ich möchte an dem Schweigen
Wachsen
Die Frage bleibt
 
 Dijon, Le Piano qui fume
 
 


Tödlich
 
Zuviel gesehen
Gesagt
Gehört
Blendet Ohr und Auge
Sie schließen
Abschließen
Neugieriges Öffnen
Nur kurz
Ist zuviel
 
In die Stlle
Gesagte Worte
Verklingen
Kehren als Echo zurück
Beweisen
Ich bin
 
Hören verweigern
Sprechen
Schauen verweigern
Verletzt mich
Verweigert den Ort des Lebendigen
 
Ungehört
Vergehen Worte
Warten vergeblich
Warten
Erwarten ein Echo
Warten
Auf Leben
 


 
 
 






Verweigertes Wort
Tötet
Verweigertes Echo
Tötet
Verweigerte Antwort
Tötet
 
Anders
Schweigende Worte
Der Liebe
 
Wer ist kein Mörder?
 
 
Vlotho


Enge und Weite
 
Es ist begrenzt
Mein Schauen Hören
Selbst mein Leben
 
Alle Bilder
Die ich mir selber male
Machen eng
Dabei ist außen wie innen
Alles weit und offen
 
Die Grenzenlosigkeit macht Angst
Gibt keinen Halt
Den ich so sehr erhoffe
Ich weiß
Die Hoffnung ist vergebens
 
Ich selbst bin mir zu eng
Für diese große Welt des Lebens
 
 
Millau






Zugefallen
 
Was ist es
Das so stark berührt
Die Weite
Der sanfte Hauch des Windes
Ein Blick
So zärtlich wie ein Flaum
 
Was ist es
Das so stark berührt
Die Tiefen meines Herzens
Der unbekannte Ruf
Die Ahnung eines Großen
Der Schmetterling auf meiner Hand
 
Vielleicht ist es die
Ungeahnte Liebe
Die in die Sinne fällt
Die Nähe
Wärme

Vielleicht bist es
Du
 
 Corbigny Bistro du Commerce
 
 
 
 




Morgens
 
Stille
Weite
Ein ferner Vogel
Ein zweiter
Dann die nahe Taube
Verklingen gehört
Nichts stört
Alles vertieft sich
Wie vielleicht am Anfang
 
Frieden?
In einer friedlosen Zeit
Eintracht?
Wo alles zerrissen scheint
 
Weite bleibt
...
und eine offne Hoffnung


 
  Charlieu
 
 
 







Übergriffig
 
Ist es möglich
Im bewegten Gewebe
Flüchtig wie ein Hauch
Kurz vor dem Schlaf
Den Halt zu finden
Den ich so gern ergriffe
Wohl wissend
Das jeder Griff
Zerstört
Was retten sollte
 
 
Millau, L´ Audience





Enge und Weite
 
Es ist begrenzt
Mein Schauen Hören
Selbst mein Leben
 
Alle Bilder
Die ich mir selber male
Machen eng
Dabei ist außen wie innen
Alles weit und offen
 
Die Grenzenlosigkeit macht Angst
Gibt keinen Halt
Den ich so sehr erhoffe
Ich weiß
Die Hoffnung ist vergebens
 
Ich selbst bin mir zu eng
Für diese große Welt des Lebens
 
 
Millau




Auftrag
 
Ich weiß nicht
Ob es Dinge gibt
Die mir zu wissen
Tödlích ist
Die nicht zu ahnen
Jedes Glück verscheucht
 
Ich weiß nicht
Ob das Leben
Gnade sei
Oder ein Fluch
Es IST
Das ist genug
 
Und dann beginnt die Arbeit

 
 Dijon


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